Direkt zum Inhalt
05
Februar 2025

Nachfüllbare Seifenspender: Ein verstecktes Gesundheitsrisiko

Händewaschen ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der persönlichen Hygiene und der öffentlichen Gesundheit. Können Sie sich vorstellen, dass Sie in bestimmten Situationen trotz gründlichen Händewaschens am Ende mehr Keime an den Händen haben als vorher? Dieses Risiko kann durch die Verwendung von nachfüllbaren Seifenspendern, oft auch „Großabfüllspender“ genannt, entstehen, die häufig in öffentlichen Bereichen zu finden sind.

 

Gesundheits- und Sicherheitsrisiken

Nachfüllbare Seifenspender gelten zwar als praktisch und kostengünstig, bergen aber ein erhebliches Risiko bakterieller Kontamination. Studien haben gezeigt, dass sich nach dem Händewaschen mit nachfüllbarer Seife bis zu 25-mal mehr Keime auf den Händen befinden können als vor dem Waschen[1]. Sowohl die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) als auch Health Canada und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben die Risiken des Nachfüllens solcher Spender anerkannt und Empfehlungen gegen diese Praxis herausgegeben[2][3][4]. Trotz dieser Warnungen sind solche Systeme in vielen Betrieben weiterhin weit verbreitet.

Wovor genau warnen die Wissenschaftler?

Kontamination

Seife kann beim Einfüllen in einen Großabfüllspender verunreinigt werden, selbst wenn es sich um antibakterielle Seife handelt. Jedes Mal, wenn der Deckel zum Nachfüllen geöffnet wird, können Keime in den Behälter (in dem die Seife aufbewahrt wird) gelangen und so das Bakterienwachstum im Spender fördern. Verunreinigungen können eingebracht werden durch:

  • Die schmutzigen Hände des Reinigungspersonals, insbesondere nach Reinigungsarbeiten wie der Toilettenreinigung.
  • Durch die Luft übertragene Krankheitserreger, wie zum Beispiel Fäkalbakterien oder Bakterien, die beim Husten und Niesen entstehen
  • Fremdkörper, einschließlich Fliegen, Staub oder sogar Kunststoffteile
  • Verdünnung der Seife mit Wasser

Darüber hinaus erhöht das längere Verbleiben von Seife im selben Spender ohne regelmäßige und gründliche Reinigung das Risiko der Biofilmbildung erheblich, was ein schwerwiegendes Problem darstellt, das später noch genauer erläutert wird.

 

Seifenmischung

Das Nachfüllen von Seifenspendern mit verschiedenen Marken oder Arten von Seife kann zu unerwünschten chemischen Reaktionen führen. Diese Mischungen können die Wirksamkeit der Seife beeinträchtigen und sogar Konservierungsstoffe neutralisieren, wodurch die Seife weniger effektiv und möglicherweise gesundheitsschädlich wird.

  • Das Mischen von Seifen verschiedener Marken kann die Seifenleistung beeinflussen und Reaktionen zwischen den Konservierungsmitteln in der Seife hervorrufen, was manchmal zu deren Neutralisierung führt.
  • Seife wird oft durch eine robuste Düse abgegeben, die selten gereinigt wird, wodurch ein weiterer potenzieller Kontaminationspunkt entsteht.
  • Auch leicht zugängliche Seifenspender können Opfer von Vandalismus werden, indem Einzelpersonen die Seife absichtlich verunreinigen, wie beispielsweise in Schulen beobachtet wurde.

Da Seife ständig Verunreinigungen und Vermischungen ausgesetzt ist, erhöht sich das Risiko der Biofilmbildung.

 

Biofilmbildung

Untersuchungen zeigen, dass jeder vierte Großabfüllspender mit schädlichen Mengen an Bakterien verunreinigt ist, sodass sich nach dem Händewaschen bis zu 25-mal mehr Keime auf den Händen befinden als zuvor.

Biofilme entstehen, wenn sich Bakteriengruppen in feuchten Umgebungen an Oberflächen anhaften. Sie sind äußerst schwer zu entfernen oder zu zerstören und werden seit Jahrzehnten erforscht. Sobald sich Biofilme im Seifenspender gebildet haben, verunreinigen sie jede neu eingefüllte Seife. Studien zu Biofilmen in Seifenspendern haben Folgendes gezeigt:

  • Sind Spender erst einmal mit Biofilm kontaminiert, hat sich selbst die Reinigung mit Bleichmittel als unwirksam erwiesen, da Biofilme gegenüber Standardreinigungsverfahren äußerst resistent sind.
  • Eine geringe Anzahl von Bakterien aus dem Biofilm kann Seife und Spender schnell erneut verunreinigen, wobei die Rekontamination innerhalb von zwei Wochen erfolgt.
  • Verunreinigungen können auch dann vorhanden sein, wenn sie mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Diese Mikroorganismen lassen sich nur unter dem Mikroskop erkennen.
  • In Spendern aus verschiedenen Materialien, darunter Kunststoff und Edelstahl, können sich Biofilme bilden.

Hat sich im Inneren eines Spenders erst einmal Biofilm gebildet, so ist der einzige sichere Weg zur Beseitigung der Kontamination der Austausch des gesamten Spenders.

 

Die sicherere Alternative: versiegelte Nachfüllpackungen

Um die Risiken von nachfüllbaren Seifenspendern zu eliminieren, stellen geschlossene Nachfüllsysteme eine deutlich sicherere Alternative dar. Diese Systeme gewährleisten, dass die Seife niemals mit äußeren Verunreinigungen in Kontakt kommt. Die Seife wird in einer versiegelten Kartusche aufbewahrt, die sich erst beim Einsetzen in den Spender öffnet. Dadurch wird das Risiko von Bakterienwachstum, chemischer Vermischung und Biofilmbildung wirksam ausgeschlossen.

 

Versiegelte Nachfüllpackungen für Svema-Spender bieten mehrere zusätzliche Vorteile:

  • Einfachere Wartung: Diese Systeme benötigen weniger häufige Reinigung und Wartung.
  • Sicherheit: Versiegelte Nachfüllpackungen verfügen oft über manipulationssichere Merkmale, die gewährleisten, dass die Seife vor Diebstahl oder absichtlicher Verunreinigung geschützt ist.
  • Hygiene: Die Seife wird in einer versiegelten Kartusche aufbewahrt, wodurch der Kontakt mit äußeren Verunreinigungen minimiert, das Bakterienwachstum reduziert und die Bildung von Biofilm verhindert wird.
  • Konsistenz: Die Seife bleibt rein und wirksam, ohne dass die Gefahr besteht, dass sie sich mit anderen Seifen oder Zusatzstoffen vermischt.

Nachfüllbare Seifenspender mögen zwar kostengünstig erscheinen, doch bergen sie aufgrund ihres Kontaminationspotenzials erhebliche Gesundheitsrisiken. Studien haben gezeigt, dass diese Spender schädliche Bakterien beherbergen, das chemische Gleichgewicht der Seife stören und die Bildung von Biofilmen fördern können. Geschlossene Nachfüllsysteme bieten eine sicherere und hygienischere Alternative, da sie die Unversehrtheit der Seife gewährleisten.

Für Unternehmen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen ist die Umstellung auf versiegelte Nachfüllpackungen ein entscheidender Schritt zur Aufrechterhaltung hoher Hygienestandards und zum Schutz der öffentlichen Gesundheit. Diese Systeme reduzieren nicht nur das Kontaminationsrisiko, sondern verbessern auch die Wartungseffizienz und schaffen so eine sicherere und hygienischere Umgebung für alle.

 

[1] Zapka, C., Campbell, E., Maxwell, S., Gerba, C., Dolan, M., Arbogast, J., Macinga, D., Bakterielle Handkontamination und -übertragung nach Verwendung kontaminierter, wiederbefüllbarer Seifenspender. Applied and Environmental Microbiology 2011; 77:9 2898-2904.
[1] Centers for Disease Control and Prevention. Leitlinie zur Händehygiene im Gesundheitswesen: Empfehlungen des Healthcare Infection Control Practices Advisory Committee und der HICPAC/SHEA/APIC/IDSA Hand Hygiene Task Force. Morbidity and Mortality Weekly Report. 25. Oktober 2002 / Band 51 / Nr. RR-16. Abgerufen am 18. Mai 2010 unter www.cdc.gov/handhygiene/Guidelines.html.
[1] Leitfaden von Health Canada für Antiseptika zur Anwendung am Menschen. Dezember 2009. S. 32.
[1] Weltgesundheitsorganisation (2009) WHO-Leitlinien zur Händehygiene im Gesundheitswesen. Genf, Schweiz: Verlag der Weltgesundheitsorganisation.
0
    0
    Ihr Warenkorb
    Dein Warenkorb ist leerZurück zum Laden